Frage: Mir ist klar, Sie glauben, Jesus starb donnerstags am Kreuz, nicht am Karfreitag. Warum sagen Sie dies, und spielt es eine Rolle?
Antwort: Die Schrift gibt die Antwort. Durch die Schriften des Jeremia lernte Daniel, dass die babylonische Gefangenschaft 70 Jahre dauern würde (Daniel 9,2). Gott hatte geboten, dass hebräische Sklaven alle sieben Jahre freigelassen werden, Schulden vergeben und dem Land eine einjährige Sabbatruhe gegeben werden sollten (2 Mose 21,2; 3 Mose 25,2-4; 5 Mose 15,1.2.12). 490 Jahre lang hatte Israel diesem Gebot nicht gehorcht. Zur Strafe wurden daher die Juden Sklaven Babylons, während ihr Land 70 Sabbatjahre lang ruhte.
Daniel bekannte diese Sünde, während er darüber nachdachte und betete, und erhielt die Offenbarung, dass eine weitere Periode von 490 Jahren (70 Jahrwochen) für sein Volk und für Jerusalem (9,24) bestimmt war. Dann würden alle Sünden Israels gelöscht werden, alle Weissagung erfüllt und versiegelt sein und der Messias würde auf Davids Thron in Jerusalem regieren. Diese 70 Jahrwochen sollten gezählt werden „Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems“ (Vers 25). Dieses wichtige Datum wird uns in der Schrift gegeben.
Nehemia berichtet uns: „Es geschah aber im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahr des Königs Artasasta“ (2,1), als er die Genehmigung erhielt, Jerusalem wieder zu erbauen. Wenn der Tag des Monats nicht dasteht, ist der erste Tag gemeint. Es gab mehrere Artasasta, aber nur einer, Longimanus, regierte mehr als 20 Jahre – von 465 bis 425 vor Christus. Somit haben wir das Schlüsseldatum, von dem aus diese unglaubliche Prophezeiung berechnet werden sollte: 1. Nissan 445 vor Christus.
Israel würde am Ende von 69 dieser „Wochen“ (7 x 69 = 483 Jahre) „der Gesalbte, der Fürst“ bekanntgemacht (Daniel 9,25) und Er würde dann „ausgerottet werden“ (V. 26). Wenn man 483 Jahre mit jeweils 360 Tagen (nach dem hebräischen und babylonischen Kalender) abzählt, bringt uns die Summe von 173‘880 Tagen vom 1. Nisan 445 vor Christus zum Sonntag, 6. April 32. Genau an diesem Tag, jetzt als Palmsonntag gefeiert, ritt Jesus in Jerusalem auf einem Eselsfüllen ein und wurde als Messias, der Fürst begeistert aufgenommen! (Siehe auch Sacharja 9,9).
Es gibt jedoch eine noch tiefere Bedeutung für den Ausdruck „in der Fülle der Zeit“: der 6. April 32 war nach dem hebräischen Kalender der 10. Nisan. An diesem Tag wurde das Passahlamm aus der Herde genommen und vier Tage unter Beobachtung gestellt, um sicher zu stellen, dass es „ohne Makel“ sei. Während derselben vier Tage wurde Christus, den Johannes der Täufer als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Johannes 1,29), freudig begrüßte, gleicherweise vor Israel ausgestellt. Am 14. Nisan sollte, „die ganze Versammlung der Gemeinde Israels… es [das Passahlamm] zur Abendzeit [zwischen 15 und 18 h] schächten“ (2 Mose 12,6). Während genau dieser Periode starb Jesus am Kreuz!
Tatsächlich hatten die Rabbis vorgehabt, Jesus während des Passahfestes nicht zu verhaften, „damit kein Aufruhr unter dem Volk entsteht“ (Markus 14,2). Doch Er musste zu dieser Zeit sterben. Judas war nicht nur Satans Schachfigur, sondern auch Gottes. Sogar die „Dreißig Silberlinge“, um die er so geschickt feilschte, erfüllten Prophetie (Sacharja 11,12-13). Petrus würde in seiner Pfingstpredigt verkünden, „diesen, der nach Gottes festgesetztem Ratschluss und Vorsehung dahingegeben worden war, habt ihr genommen und durch die Hände der Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und getötet“ (Apostelgeschichte 2,23). Paulus schrieb. „Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus“ (1 Korinther 5,7).
Der 14. Nisan begann Mittwochabend bei Sonnenuntergang. In dieser Nacht hatten Jesus und Seine Jünger das „letzte Abendmahl“ im Obergemach, wo sie die Vorbereitungen dafür trafen, das Passah in der folgenden Nacht zu essen. Bei diesem Mahl „Vor dem Passahfest“ (Johannes 13,1) sagte Jesus Seinen Jüngern, „Einer von euch wird mich verraten“ (Johannes 13,21). Zuvor sagte er bezeichnenderweise: „Jetzt sage ich es euch, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es geschehen ist, dass ich es bin“ (Johannes 13,19). Das Wort „es“, in der KJV in Kursivschrift, erscheint nicht im Original. Jesus verkündete nochmal Seinen Jüngern, Er sei Jahwe, der ICH BIN Israels, der zuvor verkündet, was geschehen wird, und sicherstellt, dass es geschieht (Jesaja 46,9-10).
Jesus wurde später in der Nacht durch die von Judas angeführte Truppe im Garten verhaftet und insgeheim zum Palast des Kaiphas, des Hohepriesters geführt. Eine vorgetäuschte Gerichtsverhandlung mit eilig herbeigerufenen falschen Zeugen trat irgendwann nach Mitternacht zusammen und verurteilte Christus zum Tode, als der Morgen dämmerte. Pilatus, der römische Gouverneur, wurde von der Dringlichkeit benachrichtigt. Der Gefangene wurde eilig über Nebenstraßen hinabgeführt und in der Zitadelle um „die dritte Stunde“ (Markus 15,25 – etwa 09:00 Uhr) am 14. Nisan in Empfang genommen [laut dieser Stelle wurde er um diese Zeit bereits gekreuzigt]. In ganz Israel fanden die Vorbereitungen statt, das Passahlamm zu töten, das in dieser Nacht gegessen werden sollte.
Pilatus ließ seine Bürger über das Schicksal des Gefangenen entscheiden. Der blutdürstige Mob wandte sich gegen den Einen, der auf wundersame Weise so viele von ihnen geheilt und gespeist hatte. „Kreuzige, kreuzige ihn“ (Lukas 23,21). „Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder“ (Matthäus 27,25).
Kurz vor Mittag wurde Jesus, gegeißelt und geschlagen, aus der Stadt zur „Schädelstätte geführt“. Um die Mittagszeit hing der Eine, den Jerusalem in Erfüllung von Prophetie als seinen lang erwarteten Messias bejubelt hatte, nackt zwischen zwei Dieben am mittleren Kreuz. Der Mensch hatte seinen Schöpfer gekreuzigt!
In den nächsten drei Stunden dieses Donnerstags war die Erde auf geheimnisvolle Weise verfinstert (Matthäus 27,45), während Gott „warf unser aller Schuld auf ihn“ (Jesaja 53,6). Donnerstags? Nicht „Karfreitag“? In der Tat nicht. Jesus selbst hatte gesagt, „Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Riesenfisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde [d.h. „Abrahams Schoß“] sein“ (Matthäus 12,40; Lukas 16,22). Das Evangelium umfasst die Aussage, dass Christus „auferstanden ist am dritten Tag“ (1 Korinther 15,4).
Wäre Christus am Freitag gekreuzigt worden, hätte Er bis Sonntagmorgen unmöglich drei Trage und drei Nächte im Grab verbringen können. Uns wird ausdrücklich gesagt, dass der Engel den Stein wegrollte, „als der erste Tag der Woche anbrach“ (Matthäus 28,1). Das Grab war bereits leer, also musste Christus irgendwann vor Tagesanbruch aus den Toten auferstanden sein.
Mittwoch, Donnerstag, Freitag – kommt es wirklich darauf an? Ja! Der Tag der Kreuzigung unseres Herrn ist von allergrößter Bedeutung. Sollte Christus nicht drei Tage und drei Nächte im Grab gelegen haben, dann log er. Sein Tod musste, um Prophetie zu erfüllen, genau zu der Zeit erfolgen, wo die Passahlämmer in ganz Israel geschlachtet wurden. Es ist eine astronomische Tatsache, dass der 14. Nisan im Jahr 32 auf den Donnerstag fiel.
„Es war aber Rüsttag für das Passah…. Weil es Rüsttag war… baten die Juden nun Pilatus, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuz blieben, dass ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden“ (Johannes 19,14.31). Moment mal! Kein Knochen des Passahlammes (2 Mose 12,46) oder des Messias (Psalm 34,21) durfte gebrochen werden. Ohne zu wissen, was er tat: „einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite“ (Johannes 19,34), und erfüllte noch eine weitere Schriftstelle: „sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben,“ (Sacharja 12,10).
Johannes erklärt, dass der „Sabbat“, der donnerstags bei Sonnenuntergang begann, als Christus gekreuzigt wurde „ein hoher Festtag“ war. Er war tatsächlich der erste Tag des Festes der ungesäuerten Brote, bei dem der erste und der letzte Tag spezielle Sabbate waren. Er endete Freitag bei Sonnenuntergang, und es folgte unmittelbar der wöchentliche Sabbat, der Samstagabend endete. Somit folgten Christi Tod zwei Sabbate, und hinderten die Frauen daran, vor dem dritten Tag, dem Sonntagmorgen, zum Grab zu kommen.
Die Rabbis dachten, die Kreuzigung Jesu hätte bewiesen, dass Er nicht der Messias war. Tatsächlich war es ein weiterer Beweis, dass Er es war! Die Soldaten nahmen Seine Kleider als Souvenir und spielten um Sein Gewand (Psalm 22,19; 69,22); Er erhielt Essig vermischt mit Galle zu trinken, Nägel wurden durch Seine Hände und Füße getrieben, und ein Speer durchbohrte Seine Seite, was das Blut unserer Erlösung herauslaufen ließ – alles in Erfüllung von Prophetie! [Angepasst aus „The Cradle and the Cross“, Dave Hunt, 1992]